Archiv: Ausstellungen Otto Piene
Ascona 2017

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NOUVEAUX RÉALISTES

Museo Comunale d’Arte Moderna di Ascona, 25.05.-01.10.2017

80 Bilder aus der Galerie des Kunsthändlers Reto a Marca hat die Direktorin des Museo Comunale d’Arte Moderna di Ascona, Mara Folini, unter dem Ausstellungsmotto Neue Realisten zusammengestellt. „Wenn ich ein Objekt fand, das mich überzeugte, schlug ich es meinen Sammlern vor“, erläuterte Reto a Marca. „Heute habe ich Werke ausfindig gemacht, die ich vor 10, 15, 20 Jahren verkauft hatte, und die ich im Museum von Ascona nun vereint habe. Das war die Idee der Ausstellung. “

Die ausgestellten Künstler kommunizieren und interpretieren die moderne Existenz, indem sie die Objekte einrahmen, eingliedern, assemblieren, sie imprägnieren und einzigartig machen, wie in den Werken von Arman, Klein, Raysse und César. Andere Künstler wandeln die Objekte mit industriellen Techniken um, als ob sie die Metamorphose der Menschheit in der modernen Welt bezeugen möchten, wie in den Werken von Tinguely, Spoerri oder Niki de Saint Phalle . Andere befassen sich  mit der poetischen Rückgewinnung der zeitgenössischen Formen der Werbung, von den Plakaten zu den Massenmedien, wie die Décollagistes und Affichistes Hains, Villeglé, Dufrêne, Rotella, Deschamps.

Die Nouveaux Réaliste vefolgen ein gemeinsames und kollektives Ziel: die Suche nach einer Methode der direkten Aneignung der Realität, durch die – wie Pierre Restany behauptet – „ eine poetische Wiederverwendung der urbanen, industriellen und werbebezogenen Realität “ stattfinden kann. In den Jahren um 1960 nähern sich einige der Nouveaux Réalistes der Gruppe Zero an. In der Ausstellung wurden zehn Werke gezeigt. Die 1958 in Deutschland entstandene Bewegung setzt sich dem Realismus und der Abstraktion entgegen, mit dem Bedürfnis Tabula rasa mit der akademischen Tradition und den künstlerischen Erfahrungen der vorherigen Generation zu machen, um wieder von null anzufangen. Wesentlich sind in diesem Sinne Kleins Monochrome und Pienes Feuerbilder und die Einführung nicht künstlerischer Materialien in die Erschaffung der Werke, wie die Nägel und Röhren von Tinguely und Uecker.

Die Dr. Christiane Hackerodt Kunst- und Kulturstiftung hat für die Ausstellung die Arbeiten von Otto Piene aus dem Sammlungsbestand der Stiftung zur Verfügung gestellt.

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